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15. November 2014

Warum der niedrige Heizölpreis nur ein Übergangs Phänomen ist

In ihrem neuen Weltenergieausblick – dem „World Energy Outlook“ – stellen die Spezialisten klar: Die Zeiten des knappen Öls sind nicht vorbei. Ihre Warnung hat damit zu tun, dass die Welt noch immer von einer geringen Anzahl von Ölproduzenten abhängig ist. In der Analyse heißt es dazu knapp: „Die Sorgen um die Energiesicherheit nehmen zu.“ Der Schieferölboom in den USA und seine Folgen am Rohölmarkt verdecken derzeit die bestehenden Risiken für die Weltenergieversorgung. Bis zum Jahr 2040 werde demnach aber die weltweite Ölnachfrage um 15,5 Prozent steigen: von 90 Millionen Barrel täglich im Jahr 2013 auf 104 Millionen Barrel. Doch schon Anfang der 2020er Jahre könnte es sein, dass die Ölförderung in den USA wieder abnehme.
Wer aber soll dann die Rolle des Vorreiters bei der unkonventionellen Förderung übernehmen? Kanadas Exploration Förderung von Öl aus Teersanden dürfte kaum ihre hohen Wachstumsraten beibehalten können. Und die Ölvorkommen vor den Küsten Brasiliens sind komplizierter – und damit teurer – zu erschließen als gedacht. Die IEA geht davon aus, dass jedes Jahr 900 Milliarden US - Dollar ins Öl - und Gasgeschäft investiert werden müssten, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. Wer aber wird investieren, gerade wenn die politische Lage instabil ist? In diesem Zusammenhang wies die IEA auf den Nahen Osten hin. Vor allem Asien wird von dieser instabilen Ölregion extrem abhängig werden: Im Jahr 2040 soll Asien nach Angaben der IEA zwei von drei Barrel Rohöl importieren müssen – und das vor allem aus dem Nahen und Mittleren Osten.
Obwohl der Trend also generell bergauf gehen müsste, setzte der Ölpreis in dieser Woche seine Talfahrt ungehindert fort: Am Donnerstag durchbrach das Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent endgültig die 80 - Dollar - Marke nach unten. Seit Juni ist der Brent - Preis damit rund 25 Prozent abgerutscht und erreichte zeitweise den tiefsten Stand seit vier Jahren. Erklärt wird dieser Trend mit dem starken Überangebot durch die unkonventionelle Ölförderung in den USA. Die Produktion steigt derzeit schneller als die Nachfrage.

Ein wesentlicher Faktor für die kurzfristige Entwicklung beim Ölpreis ist das Verhalten der OPEC: Die Organisation hatte angekündigt, ihre Fördermenge nicht zu kürzen – trotz des derzeitigen Überangebots. Die gesamte globale Ölförderung lag im Oktober bei durchschnittlich 92,41 Millionen Barrel pro Tag (mb/d). Saudi - Arabien, das Schwergewicht innerhalb der OPEC, förderte im Oktober insgesamt etwa 9,6 mb/d, der Irak 3,23 mb/d, gefolgt von Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) mit jeweils 2,77 mb/d.
Libyen konnte im Oktober seine Fördermenge den vierten Monat in Folge erhöhen – auf insgesamt etwa 842.000 Barrel/Tag. Das ist allerdings kein Vergleich zu den Zeiten vor Ausbruch des Arabischen Frühlings: Im Gesamtjahr 2012 lag der libysche Tagesschnitt noch bei 1,39 Millionen Barrel. Dabei ist in diesem Land noch immer keine Ruhe eingekehrt: Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Mittwoch, dass Demonstranten derzeit den libyschen Verladehafen Hariga blockieren. Auch das Ölfeld El Scharara bleibt nach einer bewaffneten Terrorattacke weiter geschlossen.
Die OPEC - Mitglieder fördern also munter weiter – und mittlerweile mehren sich Hinweise, dass die Organisation auch nach ihrer außerordentlichen Tagung am 27. November in Wien diesen Kurs fortsetzen will. Ein Markt - Analyst vom Brokerhaus CMC Markets sagte Reuters: „Die allgemeine Einschätzung ist, dass die OPEC keine Maßnahmen ergreifen wird. Und falls doch, dann nicht ausreichend genug, um einen größeren Einfluss auf die Preise zu haben.“
Sollte diese Einschätzung stimmen, bliebe die unmittelbare Zukunft des Ölpreises ungewiss. Langfristig aber, und das hat die Internationale Energieagentur in ihrem Jahresausblick ganz deutlich gemacht, gibt es nur eine Richtung für den Ölpreis – nämlich nach oben. Quelle: OILCO Energy Trading


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