Sachstand und Ausblick E Einführung
Sachstand und Ausblick E10 Einführung1
Von wem geht die Initiative Super E10 aus?
Im Rahmen ihrer Biokraftstoffstrategie hat die Bundesregierung im Dezember 2010 dieVerordnung zur Einführung von E10 verabschiedet und damit die Voraussetzungen geschaffen, in Deutschland E10 anbieten zu können. Umweltminister Röttgen konzentriert sich in seinen öffentlichen Äußerungen auf die Aussage ?eine Verpflichtung hierzu enthält sie nicht.?2 Diese Aussage blendet die Zwangsquote des Biokraftstoffquotengesetzes aus. Die Quote ist nur zu erfüllen, wenn jedem Liter Diesel 7% Biodiesel und jedem Liter Benzin 10% Ethanol beigemischt werden. Dies bedeutet, dass Super E10 zur Standardsorte werden muss. Andere Erfüllungsmöglichkeiten haben sich als nicht praktikabel erwiesen. Bei Nichterfüllung der Quote drohen empfindliche Strafen zu Lasten der Verbraucher.
Dies stellt das Umweltministerium auf seiner Homepage auch so dar: ?Nachdem 2009 die Beimischung von Biodiesel zum Dieselkraftstoff erhöht wurde, soll nun der Biokraftstoffanteil beim Benzin, wie von der europäischen Richtlinie über die Kraftstoffqualität gefordert, erhöht werden.?
Wie engagiert sich die Mineralölwirtschaft?
Die Mineralölwirtschaft setzt alle Anstrengungen daran, die Biokraftstoffziele der Bundesregierung zu erfüllen. Dies ist mit hohem Aufwand und Kosten verbunden. Wir nehmen die Aufklärung der Autofahrer sehr ernst. Die finale Auskunft über die fahrzeugspezifische Verträglichkeit kann aber nur der Fahrzeughersteller erteilen.
Im Interesse unserer Kunden informieren wir an den Tankstellen wie folgt:
? Warnhinweis an jedem E10 - Schlauch
? Auslage des BMU Aufklärungs - Flyers
? Flyer mit Info - Hotlines der Fahrzeughersteller
? DAT - Liste zur Einsicht
Weitere individuelle Maßnahmen der Mitgliedsunternehmen sind z. B.:
? Information auf der Internet - Homepage
? Poster auf Stationen
? Kunden - Mailings
? Fahrbahnservice / Information durch zusätzliches Servicepersonal
? Gezielte Marketingaktionen
? Und weitere Initiativen
Kam es zu Preiserhöhungen aufgrund der E10 - Einführung?
Ausgehend von der Kostenstruktur bei der Umstellung ist Super E10 zum gleichen Preis wie das herkömmliche Super angeboten worden.
Warum gibt es kein Super E5 mit 95 Oktan?
Sowohl die Produktionsmöglichkeiten der Raffinerien als auch die Anzahl der Kraftstofftanks in Raffinerien, Tanklagern und insbesondere an den Tankstellen sind in der Regel begrenzt. Die Betreiber sind darauf angewiesen, die Verordnung mit den existierenden Produktionsanlagen sowie innerhalb der bestehenden Infrastruktur umzusetzen. Ende 2007 haben sich die Einkaufskosten für Normal und Super angeglichen. Zur Optimierung der Logistik wurde nur noch die Qualität Super angeboten. Es gab vor der Einführung von Super E10 also zwei Versorgungskanäle für Ottokraftstoff: Super und Super Plus. Das hat sich mit der Einführung von E10 nicht geändert. Folge ist, dass die meisten Raffinerien und Tanklager in Deutschland nach der Umstellung auf E10 - neben Super E10 - nur noch E5 - Kraftstoffe mit 98 Oktan anbieten können. Die herkömmliche Super - Kraftstoff - Qualität mit 95 Oktan und maximal fünf Prozent Ethanol wird seitens der Raffinerien und Tanklager bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr angeboten.
Bislang war Superbenzin mit einem Marktanteil von 90% die Hauptsorte im Ottokraftstoffmarkt. Jetzt wird Super E10 die Hauptsorte, die von mindestens 90% der Fahrzeuge mit Ottomotor getankt werden kann. Sie ersetzt damit Super - und Normalbenzin. Um eine ununterbrochene Verfügbarkeit der Hauptsorte mit dem größten Absatzvolumen zu gewährleisten, muss der größte Tankraum genutzt werden. Dies gilt insbesondere für eine gesicherte Kraftstoffversorgung an Wochenenden, da dann eine Belieferung der Tankstellen aufgrund des LKW - Fahrverbotes nicht möglich ist.
Sachzwänge in der Übersicht:
? Vor der E10 Einführung gab es zwei Ottokraftstoffsorten.
? Daran ändert auch die Einführung von E10 nichts.
? Sowohl die Produktionsmöglichkeiten der Raffinerien als auch die Anzahl der zur
Verfügung stehenden Tanks bleibt begrenzt.
? Neben der Hauptsorte Super E10 kann daher nur noch eine kleine Sorte Super Plus
hergestellt und angeboten werden.
? Die großen Tanks sind für Super E10 ausgelegt. 90% der Fahrzeuge sind für diesen
Kraftstoff geeignet, der damit die Standardsorte darstellt.
? Es verbleibt ein kleiner Tank für Super Plus mit maximal 5% Ethanol für die E10 untauglichen
Fahrzeuge. Damit erfüllt das Sortenangebot die gesetzlichen Vorgaben.
Jede weitere Alternative zu den beiden Versorgungsschienen E10 und Super Plus hätte höhere Kosten für den Verbraucher zur Folge.
Wer kann E10 tanken?
90% der Fahrzeuge sind für Super E10 geeignet! Derzeit tanken bis zu 70% der Autofahrer an Tankstellen mit verfügbarem E10 den falschen Kraftstoff. Ein unnötiges Tanken von Super/Super Plus kann Mehrkosten von bis zu 4 Euro pro Tankfüllung bedeuten. Verschenken Sie kein Geld! Informieren Sie sich frühzeitig bei ihrem Fahrzeughersteller!
Versorgung
Die ungewöhnlich hohe Nachfrage nach Super Plus übersteigt die Produktionskapazität der Raffinerien für diese Spezial - Sorte. Bislang betrug der Marktanteil von Super Plus rund 3%. Je nach Raffinerietyp erreicht der Anteil von Super Plus an der Benzinproduktion im besten Fall zwischen 20 und 30%. Heute übersteigt die Nachfrage die Produktion deutlich. Es ist bereits zu Leerständen an den Tankstellen gekommen.
Trotz Mobilisierung aller verfügbaren Tanklastwagen und erhöhter Fahrleistungen, kommt es in den Einführungsregionen zu Leerständen bei den Tankstellen. Dies, obwohl bislang erst ca. 45% der Tankstellen auf die neue Kraftstoffqualität E10 umgestellt haben. Während im Schnitt die Tankstellen alle 2 - 3 Tage beliefert werden, reichen jetzt selbst 3 Belieferungen pro Tag nicht aus, um die hohe Nachfrage nach E5 Kraftstoff zu decken. Mit zunehmender Zahl an E10 - Tankstellen sind daher Versorgungsengpässe vermutlich unvermeidbar.
Raffinerieproduktion insgesamt
Die Situation in den Raffinerien, die auf E10 umgestellt haben, stellt sich zur Zeit wie folgt dar: Die Nachfrage nach Super Plus kann nicht gedeckt werden. Zum anderen quellen die Tanklager mit Super E10 über, da dieses Produkt bislang nicht ausreichend nachgefragt wird. Als Konsequenz, nach Ausschöpfung aller verfügbaren Lagerkapazitäten, muss die Produktion schrittweise zurückgefahren werden. Damit sind Auswirkungen nicht nur auf das Benzinangebot, sondern auch auf die Gesamtversorgung mit Mineralölprodukten zu befürchten.
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1 Hinweis: Wir erklären hier Sachzusammenhänge, die sich auf die Mehrzahl der Tankstellen beziehen. Die tatsächlichen Gegebenheiten bei den einzelnen Unternehmen sind unterschiedlich. Im Einzelfall kann es deshalb zu anderen Lösungen kommen, die im Text nicht berücksichtigt werden.
2 Brief an die Abgeordneten der Regierungsfraktionen vom 28.2.2011 Quelle: Pressemeldung zur gemeinsamen Pressekonferenz (MWV,UNITI,bft,VDIK) am 2.03.2011 im Haus der Bundespressekonferenz
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