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22. Juni 2021

Modellregion Lübke-Koog: Windstrom in Hybridheizungen senkt CO2-Emissionen

Die vor zwei Jahren gestartete Wind-und-Wärme-Modellregion hat damit gezeigt, wie eine Herausforderung gemeistert werden kann, die sich durch das schwankende Angebot von Windkraft ergibt. Wird besonders viel Strom produziert, können die bis heute noch nicht ausreichend ausgebauten Übertragungsnetze diesen nicht immer aufnehmen und wirken wie ein Flaschenhals. Die Folge sind Abregelungen von Windkraftanlagen, etwa in der Westküstenregion Schleswig-Holsteins. Diese werden auf Anweisung des Netzbetreibers abgeschaltet, obwohl sie Strom produzieren könnten. Dies wird auch nach dem Netzausbau eine Herausforderung bleiben, da der Anteil der erneuerbaren Stromproduktion weiter stark steigen muss, um die Klimaschutzziele zu erreichen.


„Nutzen statt abschalten“: Energie vor Ort genutzt

In der Modellregion konnte die ansonsten ungenutzte Energie gleich vor Ort zur Wärmeversorgung von Häusern genutzt werden. Dafür sorgten Hybridheizsysteme, die Wärme wahlweise mit Heizöl oder Windstrom erzeugen können. Dazu wurden in die Wärmespeicher der Heizungsanlagen elektrische Wärmeerzeuger eingebaut, die über ein virtuelles Kraftwerk in Echtzeit ferngesteuert wurden. So übernahmen die „Windheizungen“ im Schnitt rund zehn Prozent der Wärmeversorgung. Um weitere Potenziale zur Einsparung von Treibhausgasemissionen zu überprüfen, wurde im Rahmen der Modellregion auch ein treibhausgasreduzierter flüssiger Energieträger aus Reststoffen zum Einsatz gebracht, der dem klassischen Heizöl einfach beigemischt wurde und zu weiteren Treibhausgaseinsparungen beitrug.


Politik sollte passende Rahmenbedingungen schaffen


Initiiert wurde die Modellregion von der ARGE Netz aus Husum, dem Bürger-Windpark Lübke-Koog Infrastruktur, der Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog und dem Hamburger Institut für Wärme und Mobilität (IWO). Zudem erhielt das Projekt Fördermittel durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und organisatorische Unterstützung durch das Schaufensterprojekt Norddeutsche Energiewende – NEW 4.0. Darüber hinaus wurde die Modellregion beim „Wettbewerb Klimaaktive Kommune“ des Bundesumweltministeriums und des Deutschen Instituts für Urbanistik in der Kategorie „Ressourcen- und Energieeffizienz in der Kommune“ ausgezeichnet. Die Projektpartner sehen in den Ergebnissen der Modellregion eine Bestätigung des Konzepts. Für eine Umsetzung im größeren Rahmen sei die Politik nun aufgerufen, passende rechtliche Rahmenbedingungen und insbesondere preisliche Anreize für ansonsten abgeregelten Strom zu schaffen. In Anbetracht des Windkraftausbaus und der rund 200.000 Ölheizungen allein in Schleswig-Holstein könnte die Wind-und-Wärme-Modellregion dann auch andernorts Schule machen.


Projektpartner ziehen durchweg positive Bilanz


„Die Einwohner unserer Gemeinde sind es gewohnt, gemeinsam Projekte anzupacken. Dazu gehört auch unser Engagement in Sachen Umwelt- und Klimaschutz, zumal unser Koog vom Meeresspiegelanstieg besonders betroffen ist. Neben dem Bürgerwindpark und dem umfassenden Einsatz von Photovoltaik ist die Modellregion ein weiterer erfolgreicher Schritt für uns gewesen“, so Christian Nissen, Bürgermeister des Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koogs.


„Wir zählen mit unserem Bürgerwindpark zu den Pionieren der Energiewende und werden diesen Weg weiter gehen. Raumordnungsplanung und Repowering geben wichtige Impulse, um den Ausbau der Windstromerzeugung weiter voranzubringen. Zusätzlich zum Netzausbau benötigen wir dafür auch flexible Optionen in der Energieversorgung – gerade im Hinblick auf die Nutzung von Angebotsspitzen“, erklärt Hans-Detlef Feddersen, Bürgerwindpark Lübke-Koog.


„Auch Gebäude mit einer Ölheizung können die Klimaziele erreichen. Neben Effizienzgewinnen durch Dämmung und Heizungsmodernisierung sorgen dafür die direkte Einbindung erneuerbarer Energien mit Hilfe hybrider Heizsysteme und der Einsatz alternativer flüssiger Brennstoffe. Im Lübke-Koog wurden wesentliche Schritte bereits umgesetzt“, sagt Adrian Willig, Geschäftsführer des IWO.


„Damit dieses hervorragende Modell Schule macht, muss die Bundesregierung dringend die gesetzlichen Rahmenbedingungen anpassen. Auf der einen Seite müssen die EEG-Umlage und die Stromsteuer auf den ansonsten ungenutzten Grünstrom gesenkt sowie Netzentgelte flexibilisiert und auf der anderen Seite die CO2-Bepreisung forciert werden, damit sich ‚Nutzen statt abschalten‘ durchsetzt“, unterstreicht Stephan Frense, CEO der ARGE Netz.


Quelle: IWO Pressebereich


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