ista IWH Energieeffizienzindex
Scheinbarer Stillstand an der Sanierungsfront
Nach zwei Jahren sinkenden durchschnittlichen Verbrauchs von Heizenergie in Mehrfamilienhäusern war für die Abrechnungsperiode 2011 erstmals wieder ein leichter Anstieg des durchschnittlichen Energiebedarfes um deutschlandweit rund 0,7% (Neue Länder 0,4%, Alte Länder 0,8%) gegen - über der Vorperiode festzustellen. Dies ist jedoch kein Grund zur Beunruhigung: Bereits in den Jahren 2008 und 2006 konnten ähnliche Entwicklungen beobachtet werden ? an dem generellen längerfristigen Trend eines deutlichen Rückganges des Energieverbrauchs, maßgeblich bedingt durch eine verbesserte Energieeffizienz der Gebäude, ändert dies freilich nichts.
In einer früheren Publikation wurde bereits darauf hingewiesen, dass der Energie - verbrauch zwischen 2003 und 2008 um etwa 10% sank ? bis zum Jahr 2011 verminderte er sich um weitere rund 4%. Es ist davon auszugehen, dass sich die mittelfristig beobachtete Entwicklung fortsetzen, wenn nicht gar in Anbetracht der derzeit regen Bau - und Sanierungstätigkeit verstärken wird.
Als persistent erweisen sich zudem die räumlichen Muster: Nach wie vor sind im Nordwesten Deutschlands die Mehrfamilienhäuser mit dem höchsten Heizwärme - verbrauch zu finden. Die Bausubstanz, vornehmlich aus den Nachkriegsjahren, stellt Immobilieneigentümer dort vor erhebliche Herausforderungen auf dem Weg hin zu einem klimaneutralen Immobilienbestand, wie ihn das Klimakonzept der Bundesregierung vorsieht. Deutlich weiter in Richtung auf dieses Ziel vorangeschritten ist man in den wirtschaftlich starken Regionen im Süden der Republik und in den Neuen Ländern mit ihren in den 1990er Jahren weitgehend voll - sanierten Altbaubeständen.
Hintergrund:
Der ista - IWH - Energieeffizienzindex wird in Kooperation zwischen dem Energie - dienstleister ista Deutschland GmbH und dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erarbeitet. Er bietet regional differenzierte Informationen über den Energiebedarf von Mehrfamilienhäusern auf Grundlage der tatsächlichen Heiz - kostenabrechnungen von insgesamt rund 300 000 Gebäuden bzw. rund drei Mio. Wohnungen in ganz Deutschland. Der Energieverbrauch wird nach standardi - sierten Verfahren um klimatische Einflüsse bereinigt und entsprechend der tat - sächlichen Verteilung des Gebäudebestandes für die Raumordnungsregionen Deutschlands hochgerechnet. Die Ergebnisse werden jährlich aktualisiert.
* Zur Methodik der Berechnung und für weiterführende Informationen siehe Michelsen, C.: Energieeffiziente Wohnimmobilien stehen im Osten und Süden der Republik, in: IWH, Wirtschaft im Wandel, Jg. 15 (9), 2009, 380 f. sowie die Projekt - Webseiten www.iwh - halle.de/projects/2010/ista/d/start.asp. Quelle: Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)
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