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13. August 2018

Gemeinsame Erklärung der EU und der USA vom 25. Juli: Einfuhren von Flüssigerdgas (LNG) in die Europäische Union steigen


Brüssel, 9. August 2018 In ihrer Gemeinsamen Erklärung vom 25. Juli in Washington, D.C., haben Präsident Juncker und Präsident Trump vereinbart, die strategische Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA im Energiebereich zu stärken. In diesem Rahmen würde die Europäische Union mehr Flüssigerdgas aus den Vereinigten Staaten importieren, um ihre Energieversorgung zu diversifizieren und sicherer zu machen. Die EU und die USA werden daher daran arbeiten, den Handel mit Flüssigerdgas zu erleichtern.
Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, erklärte hierzu: „Die Europäische Union ist bereit, höhere Importe von Flüssigerdgas aus den USA zu fördern, und wir haben bereits damit begonnen. Die steigenden Flüssigerdgasexporte aus den USA könnten, sofern die Preise wettbewerbsfähig sind, eine wachsende und strategisch wichtige Rolle in der Erdgasversorgung der EU spielen. Die USA müssen jedoch ihrerseits bürokratische Hemmnisse für den Export von Flüssigerdgas beseitigen. Beide Seiten können viel gewinnen, wenn sie im Energiebereich zusammenarbeiten.“
Miguel Arias Cañete, EU-Kommissar für Klimapolitik und Energie, erklärte: „Diversifizierung ist ein wichtiger Faktor für eine sichere Erdgasversorgung in der EU. Steigende Flüssigerdgasimporte aus den USA – zu wettbewerbsfähigen Preisen – sind daher zu begrüßen. Diese Entwicklung fällt in eine Zeit, in der die Gasproduktion innerhalb der EU schneller als erwartet zurückgeht und sich der Ausstieg aus der Kohleverstromung in der EU beschleunigt.“
Die EU hat LNG-Infrastrukturprojekte im Wert von mehr als 638 Mio. EUR kofinanziert oder eine Kofinanzierung zugesagt (siehe Liste der Projekte in Anhang 2). Zusätzlich zu den vorhandenen 150 Mrd. m3 an Reservekapazität in der EU fördert die EU 14 Flüssiggasinfrastrukturprojekte, die bis 2021 die Kapazität um weitere 15 Mrd. m3 erhöhen sollen und die Importe von Flüssigerdgas aus den USA aufnehmen könnten, wenn die Marktbedingungen stimmen und die Preise wettbewerbsfähig sind.
Derzeit ist nach den Rechtsvorschriften der Vereinigten Staaten nach wie vor eine vorherige Genehmigung für Ausfuhren von Flüssigerdgas nach Europa erforderlich. Für diese Beschränkungen müssen Lösungen gefunden werden, und die US-Vorschriften müssen vereinfacht werden, damit Flüssigerdgas aus den USA in die EU exportiert werden kann.
Die Präsidenten Juncker und Trump haben bei ihrem Treffen am 25. Juli in Washington, D.C., eine hochrangige Arbeitsgruppe eingesetzt. Seither gab es mehrere Kontakte zwischen den Präsidenten Juncker und Trump, zwischen der EU-Handelskommissarin Malmström und dem US-Handelsbeauftragten Lighthizer sowie zwischen den hochrangigen Beratern von Präsident Juncker und Präsident Trump (der Generalsekretär der Kommission, Martin Selmayr, und der wirtschaftliche Hauptberater im Weißen Haus, Larry Kudlow).
Es wurde vereinbart, dass der Handelsberater von Präsident Juncker und ein hochrangiger, für Handelsfragen zuständiger EU-Beamter am 20. August nach Washington, D.C., reisen, um ihre amerikanischen Kollegen zu treffen und die Arbeiten zur Umsetzung der Gemeinsamen Erklärung fortzusetzen. Vor diesem Hintergrund arbeiten sowohl die EU als auch die USA im Rahmen der hochrangigen Arbeitsgruppe daran, die US-Ausfuhren von Flüssigerdgas nach Europa zu steigern.
Hintergrund
Der weltweite Markt für Flüssigerdgas wird immer liquider und immer stärker vom Wettbewerb bestimmt. Zwischen 2017 und 2023 wird der weltweite Handel mit Flüssigerdgas voraussichtlich um mehr als 100 Mrd. m3 von 391 auf 505 Mrd. m3 zunehmen[1]. Die Internationale Energieagentur geht davon aus, dass die Flüssigerdgasimporte nach Europa gegenüber dem Stand von 2016 bis 2040 um fast 20 % steigen werden.
Der Anstieg der Erdgasproduktion in den USA und der Beginn der Flüssigerdgasexporte aus den USA in die EU im Jahr 2016 sind ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Gasversorgungssicherheit in Europa und weltweit. Rund 70 % des europäischen Gasbedarfs werden derzeit durch Importe gedeckt, und dieser Anteil dürfte in den kommenden Jahren steigen. Flüssigerdgas ist auch eine wichtige Komponente der Diversifizierungsstrategie der EU, und als zweitgrößter Gasbinnenmarkt der Welt nach den USA ist die EU daher für die USA eine attraktive Option.
Um die Einfuhren nach Europa weiter zu erhöhen, müssen die US-Preise für Flüssigerdgas auf dem EU-Markt wettbewerbsfähig sein. Zudem sind die folgenden Maßnahmen von zentraler Bedeutung, um derartige Importe zu erleichtern:
Ausbau von Kapazitäten für Flüssigerdgas in der EU und in den USA:

Ausbau von Kapazitäten für Flüssigerdgas in der EU und in den USA:

Die EU verfügt mit einer aktuellen Reservekapazität von rund 150 Mrd. m3 über gut entwickelte Kapazitäten für den Import von Flüssigerdgas. Gleichzeitig werden angesichts ihrer strategischen Bedeutung für die Diversifizierung die derzeitigen Kapazitäten ausgebaut und neue Kapazitäten entwickelt: im Adriatischen Meer (auf der Insel Krk in Kroatien), in der Ostsee, insbesondere in Polen, und im Mittelmeer in Griechenland. Dies würde eine erhebliche Zunahme der Flüssigerdgasimporte in die EU ermöglichen.
Die USA verfügen derzeit über eine Verflüssigungskapazität von 28 Mrd. m3 und werden voraussichtlich bis 2023 weitere 80 Mrd. m3 hinzugewinnen und gleichzeitig ihre Terminals für den Export von Flüssigerdgas erweitern.

Die rechtlichen Beschränkungen der USA müssen aufgehoben werden. Für Erdgas aus den USA, das in die EU geliefert wird, gibt es in der EU keine marktfremden Hindernisse. Die EU strebt eine ähnliche Behandlung vonseiten der USA an, insbesondere im Hinblick auf die Aufhebung der Verpflichtung zur vorherigen Genehmigung von Flüssigerdgasexporten in die EU.

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Flüssigerdgasimporte aus den USA in die EU gestiegen sind:

Seit der ersten Lieferung von Flüssigerdgas aus den USA in die EU im April 2016 haben die EU-Flüssigerdgasimporte aus den Vereinigten Staaten jetzt bereits ein Volumen von 2,8 Mrd. m3 erreicht.
Seit Anfang 2016 hat die EU mehr als 40 Flüssigerdgas-Lieferungen aus den USA erhalten. 2017 gingen mehr als 10 % der gesamten US-Flüssigerdgasexporte (2016: 5%) nach Europa.

EU-Importe von Flüssigerdgas aus den Vereinigten Staaten
Quelle: EU-Pressemitteilung v. 9.Augsut 2018


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