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07. April 2015

Durchbruch beim Atomabkommen jetzt droht die Ölschwemme aus dem Iran

Nach Angaben des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif werden die USA und die EU die Umsetzung der Sanktionen mit der Einigung auf ein abschließendes Abkommen ruhen lassen. Damit wird der Weg frei für die Öl-Weltmacht Iran – es kann sein schwarzes Gold wieder an die Weltmärkte bringen. Damit dürfte sich der seit dem vergangenen Juni anhaltende Ölpreisverfall nochmal deutlich verschärfen.
Weit entfernt von der Förderung vor den Sanktionen
In der vorläufigen Einigung verständigte man sich darauf, dass Teheran seine Kapazität zur Uran-Anreicherung deutlich reduzieren muss. Der Iran wird die Zahl seiner Gas-Ultrazentrifugen zur Anreicherung von Uran von derzeit 19.000 auf 6.100 reduzieren. Zudem habe sich der Iran bereit erklärt, mindestens 15 Jahre lang kein Uran über 3,67 Prozent anzureichern – von der Höhe der Anreicherung hängt ab, ob das Uran zum Bau einer Atombombe verwendet werden kann.
In der Vereinbarung verpflichtet sich der Iran ferner, seine Urananreicherung bis zu 25 Jahre einem weitreichenden Kontrollsystem zu unterwerfen. Im Gegenzug werden dann alle Sanktionen aufgehoben, wenn die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die Umsetzung der Vereinbarungen durch den Iran festgestellt hat.
Wenn das iranische Öl auf den Weltmarkt zurückkehrt – und danach sieht es nun aus – werden die Auswirkungen ganz enorm sein: Das derzeitige Überangebot an Rohöl wird sich noch einmal erhöhen. Momentan beträgt die iranische Ölproduktion etwa 2,8 Millionen Barrel am Tag. Davon dürfen jedoch nur eine Million Barrel pro Tag exportiert werden. Zu den Käufern iranischen Öls während der Zeit der Sanktionen gehörten vor allem China, Japan, Südkorea und Indien – sie hatten von den USA Ausnahmeregelungen erhalten. Dennoch ist die heutige Gesamtproduktion noch weit entfernt von den 4,4 Millionen Barrel am Tag, die der Iran noch im Jahr 2011 produzierte.
13 Supertanker im Golf warten nur auf den Startschuss
Bereits vor der Einigung von Lausanne hatte der iranische Ölminister Bijan Zanganeh angekündigt, sein Land könne die Ölproduktion binnen weniger Monate „mit Leichtigkeit“ um eine Million Barrel pro Tag erhöhen. Zudem werden die Förderkapazitäten in den kommenden Jahren noch einmal deutlich zunehmen (s. Grafik). Und im Persischen Golf liegen nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg bereits 13 Supertanker vor Anker: Sie sind bis zum Rand mit Öl gefüllt – diese Reserve soll als erste auf die Märkte geworfen werden, sobald man die Sanktionen aufhebt. Insgesamt sollen sich die Öl-Vorräte des Iran schon auf 35 Millionen Barrel Rohöl summiert haben.
Noch bevor die Einigung im Atom-Streit bekannt gegeben wurde, hatten die Ölmärkte schon nervös notiert: Ein Barrel der Nordseesorte Brent (zur Lieferung im Mai) kostete Donnerstagnachmittag 54,78 US-Dollar und damit 2,32 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,20 Dollar auf 48,89 Dollar.
Neben den wirtschaftlichen Auswirkungen werden auch die politischen Folgen für die Region enorm sein: Der ewige Rivale Saudi-Arabien fürchtet nicht nur eine Ölschwemme, sondern auch einen Kampf um die Vorherrschaft am Golf zwischen Schiiten (Iran) und Sunniten (Saudis) – aus diesem Grund kommt es momentan zu einem Stellvertreterkrieg im Jemen.
Der Verbraucher kann sich über diese Entwicklung jedoch erstmal freuen: Benzin, Diesel und Heizöl dürften nun noch preislich attraktiver werden. Quelle: OILCO Research


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