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03. Dezember 2018

Auch Industrie, Handwerk und Landwirtschaft setzen zunehmend auf Pellets und Hackschnitzel.

Dort setzen nicht nur Privatleute, sondern zunehmend auch Industrie, Handwerk und Landwirtschaft auf Pellets und Hackschnitzel. Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) hat kürzlich Politik und Entscheidungsträgern drei Anlagen vorgestellt, deren Installation sich sowohl für den Klimaschutz als auch für den Geldbeutel rechnet.Harald Moser kennt sich mit moderner Holzenergie aus. Der Heizungsbauer aus Backnang hat schon über 300 Pellet- und 75 Hackschnitzelkessel eingebaut. Industrieunternehmen, die auf erneuerbare Energien setzen, sind allerdings selbst für ihn nicht alltäglich.Die Firma Binder in Burgstetten ist ein Spezialist für Fördertechnik, und ihre Produktionsflächen sind so modern und sauber, dass man vom Fußboden essen könnte. Aktuell hat sie ihre Produktionshallen für zwei Millionen Euro renoviert und dabei auch mit zwei 200-kW-Pelletanlagen jährlich 55.000 Liter Heizöl ersetzt.Die Inhaber Stephan und Michael Binder haben die Entscheidung für erneuerbare Wärme bewusst getroffen. Beim Festakt zur Inbetriebnahme sagen sie: „Die Technik ist bewährt, wirtschaftlich und über die gesamte Laufzeit der Anlage werden wir fast 3.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Auch als Wirtschaftsunternehmen ist uns Klimaschutz wichtig!“ Die Anlieferung der fertigen Containeranlage, die eine umgehende Inbetriebnahme ermöglicht, war ein weiteres Argument für die kleinen Presslinge. Neben der Heizung für Verwaltungsgebäude und Montagehallen erzeugen die Pellets auch die zur Lackierung benötigte Prozesswärme. Ergänzend ist auf dem Dach eine 90 m2 große Photovoltaikanlage (30 kW) installiert.Ein Vorbildobjekt selbst in dem den Erneuerbaren gegenüber positiv eingestelltem Südwesten. Das imponiert auch Landrat Dr. Richard Sigel, der zugibt, dass die Inbetriebnahme von Heizungen eher nicht in seinem Terminkalender vorkämen. Die Binder’sche Anlage gelte es jedoch als „Leuchtturm“ zu würdigen.Den Energieträger erklären muss man dem Landrat übrigens nicht, der privat selbst einer von rd. 3.000 „Pelletheizern“ im Rems-Murr-Kreis ist. Aufgrund des günstigen Brennstoffs, ergänzt um Fördermittel in knapp sechsstelliger Höhe, rechnet man bei Binder mit einer Amortisierung der Investition innerhalb von zehn Jahren. Ansonsten scheint man sowohl vom eigenen Wachstum wie auch vom Energieträger überzeugt zu sein: Platz für einen dritten Pelletkessel ist in der Firma bereits eingeplant.
Landwirtschaftsminister Hauk besichtigt Wärmenetz mit Hackschnitzeln
Auch Landwirtschaftsminister Peter Hauk kennt sich als Diplom-Forstwirt mit Holzenergie aus. Die fortschrittliche Art, wie Landwirte im idyllisch gelegenen Murrhardter Teilort Siebenknie moderne Holzenergie einsetzen, imponiert ihm. Fünf Gehöfte haben alte Zimmeröfen, Öl- und Scheitholzheizungen durch ein kleines Nahwärmenetz mit einer Leistung von 100 kW ersetzt, das sie mit Hackschnitzeln aus dem eigenen Wald befeuern.„Hocheffizient, preiswert und mit niedrigen Emissionen! So muss Holzenergie heute aussehen“, betont der Minister. Dass man mit der Holznutzung auf der sicheren, sprich nachhaltigen Seite ist, legt Forstamtsleiter Martin Röhrs vom Landratsamt Waiblingen dar: Nur zwei Drittel des Holzzuwachses werden im Landkreis auch genutzt.Das gilt in ähnlicher Größenordnung auch für das gesamte Bundesgebiet, erklärt DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele. Pellets werden in Deutschland aus den großen Mengen Restholz (Sägespäne, Hackschnitzel), die in Sägewerken anfallen, hergestellt. Mehr als zwei Millionen Tonnen Presslinge sind das jährlich, rund ein Fünftel davon aus Baden-Württemberg.„Waldbesitzer partizipieren übrigens direkt von der Pelletproduktion“, sagt Minister Hauk, denn dank der Presslinge habe sich die Restholznachfrage und damit auch der Holzpreis erhöht. Beim DEPV rechnet man damit, dass sich der Anteil automatischer Holzfeuerungen am heimischen Heizungsmarkt – bei gleichzeitiger Reduzierung des Wärmebedarfs - mittelfristig auf über zehn Prozent erhöhen wird.
Heizungsbauer leisten Überzeugungsarbeit
„Viele Verbraucher sind über das komplexe Thema Heizungstausch nicht ausreichend informiert. Die erfreulich große Anzahl von Holz- und Pelletheizungen im Rems-Murr-Kreis ist auch ein Resultat davon, dass sich hier viele Heizungsbauer aktiv für erneuerbare Energien einsetzen und entsprechend engagiert beraten“, ergänzt Alexander Barbano, Fachberater für erneuerbare Energien und für einen führenden Hersteller von Holz- und Pelletheizungen in Baden-Württemberg aktiv.Heizungsbauer Stefan Wolf beispielsweise leistete in Siebenknie Überzeugungsarbeit: „Zur bestmöglichen Beratung muss man sich, vor allem bei Objekten mit hohen Investitionskosten, sehr gut im Förderdschungel auskennen.“ Die Versorgung mit Brennstoff regeln die Landwirte – allesamt auch Waldbesitzer – dagegen selbst.Jährlich nutzen sie rd. 200 m3 Hackschnitzel aus eigener Produktion, die im ehemaligen Fahrsilo direkt neben der Heizung gelagert werden. Die Finanzierung des Wärmenetzes erfolgt über einen marktüblichen Wärmepreis von rd. 8 ct/kWh. Initiator und Betreiber Markus Scheib ist zufrieden: „Auch wenn eine erhebliche Investition zu stemmen war, würde ich das Projekt wieder so machen!“ Seine Nachbarn, die teilweise erstmals den Komfort einer Zentralheizung genießen, stimmen ohne Zögern zu.
Pellets ersetzen Ölheizung bei Fensterhersteller
Auch Werner Pfund kennt sich mit moderner Holzenergie aus, denn er hat bereits im Jahr 2010 seine alte Ölheizung durch Pellets ersetzt. So beheizt er über 600 m2 Wohnung und Werkstatt. Die Gründe für den Heizungstausch erläutert er dem Landwirtschaftsminister: „Als Hersteller von Holzfenstern war für mich klar, dass ich mit dem nachwachsenden heimischen Energieträger heizen will, ohne mich intensiv um die Heizung zu kümmern. Das hat bislang rundherum geklappt.“Zum Abschluss der Besichtigung demonstriert der regionale Pellethändler, wie die Anlieferung der kleinen Presslinge einfach und sauber erfolgt. Damit sie mit möglichst wenig Feinanteil geliefert werden, ist Knowhow durch Schulung und Fortbildung nötig. Wie weitere 120 Unternehmen in ganz Deutschland zeigt Harald Senges vom Holz-Energiezentrum Württemberg dies durch ein großes ENplus-Zeichen auf dem Lkw, das ihn als zertifizierten Pellethändler ausweist.
Wärmewende nur mit moderner Holzenergie
Über die Hälfte des deutschen Endenergieverbrauchs entfällt auf den Wärmebereich. Für eine erfolgreiche Energiewende am Wärmemarkt braucht es laut DEPV daher die moderne Holzenergie. Was das heißt, zeigen die im Rems-Murr-Kreis besichtigten Anlagen, denn sie sind technisch ausgereift und komfortabel, bei gleichzeitig hohem Klimaschutzfaktor. Wirtschaftlichkeit wird im Land der „Schwäbischen Hausfrau“ ohnehin vorausgesetzt.Minister Hauk empfiehlt der Branche darüber hinaus, den Begriff der Holzenergie etwas vom „alten Image“ zu befreien. Damit rennt er beim DEPV-Geschäftsführer offene Türen ein. Nach dessen Einschätzung sei moderne Holzenergie, wie Pellets und Hackschnitzel, der Solarenergie eher verbunden und sollte nicht mehr mit dem Begriff Biomasse beworben werden. Quelle: www.proplanta.de


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